Schon vor langer Zeit las ich über das von der EU geplante Verbot von Glühlampen im Katalog des Edelversandhauses Manufactum. Manufactum legt dem Katalog oft Informationsblätter über aktuelle Vorkommnisse bei, hier also wurde das geplante Verbot von Glühbirnen kritisiert.
Am Samstag nun tritt dieses Verbot in seiner ersten Stufe in Kraft. Glühbirnen ab 100W dürfen von den Herstellern nicht mehr vertrieben werden, auch darf der Einzelhandel sie nicht importieren. Ab dem 1. September 2010 werden dann in einem weiteren Schritt auch alle Glühbirnen ab 75W vom Markt genommen.
Obwohl der Verkauf der Lampen noch nicht verboten ist, decken sich die Verbraucher derzeit in den Baumärkten gleich wagenweise mit den Leuchten ein, es herrschte geradezu ein Glühbirnenmangel und es musste nachbestellt werden.
Sinn des Verbotes ist es, die alten Energiefresser gegen sparsame Kompaktleuchtstofflampen oder LED-Strahler auszutauschen. Und tatsächlich, der Wirkungsgrad einer 100W-Glühbirne ist zugegebenermaßen lächerlich, der großteil der Energie wird einfach als Wärme an die Umgebung abgegeben. Wo eine Glühlampe einen Wirkungsgrad von 12-15 Lumen pro Watt hat, hat die Kompaktleuchtstofflampe eine Lichtausbeite von etwa 60 Lumen pro Watt. So kann man mit einer Leuchtstofflampe von 15-20 Watt eine 60 Watt Glühbirne ersetzen und so massiv Energie einsparen.
Ebenfalls für die Energiesparlampe spricht die Lebensdauer. Zwar teuer in der Anschaffung halten die Energiesparlampen je nach Qualität bis zu 15 mal länger als eine Glühbirne. Ein Langzeittest der Stiftung Warentest im Jahre 2006 musste für einige Modelle nach 19.000 Stunden aus Zeitgründen abgebrochen werden.
Allerdings stehen gegen diese Punkte auch diverse, die für die Glühlampe und gegen die Leuchtstofflampe sprechen. So hängt beispielsweise die Lichtausbeute stark von der Qualität und somit dem Preis der Leuchte ab, ebenso fiel in diversen Tests die Lebensdauer der Lampen durchschnittlich zwar besser aus, als die der Glühbirnen, dennoch erreichten viele Modelle nicht die Lebensdauer, die oben angegeben ist.
Ebenfalls ein Kritikpunkt ist der Quecksilbergehalt der Lampen, Leuchtstofflampen sind Sondermüll, werden im privaten Gebrauch aber nur zu etwa 25% korrekt entsorgt.
Die Elektronik kann in seltenen Fällen andere elektronische Geräte wie Radios und Fernbedienungen stören und bildet wieder Müll, der nicht dem Hausmüll zugeführt werden darf (Elektroschrott).
Auch empfinden manche Menschen das Licht von Leuchtstofflampen als unangenehm, teilweise werden Farben verfälscht, was allerdings auch wieder von der Qualität der Lampe abhängt.
Abgesehen von diesen Kritikpunkten schlagen nun die Mediziner Alarm. Die Glühbirne sei die momentan natürlichste Kunstlichtquelle. Der Mediziner Alexander Wunsch zählt Risiken auf, die durch den Gebrauch von Leuchtstofflampen auftreten:
„Bei falschem Umgang kann das Auftreten fast aller zivilisatorischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und Störungen des Immunsystems begünstigt werden“
Auch das Risiko für Brust- und Prostatakrebs steige. Der Verursacher dieser Leiden sei die Strahlung, die die Lampen von sich geben.
Auch das Auge könne durch die Energiesparlampe geschädigt werden, gerade Menschen mit alten Kunstlinsen ohne UV-Schutz können demnach Probleme mit der Makula, dem Teil der Netzhaut, der für das scharfe Sehen zuständig ist, bekommen.
Quellen: Wikipedia, Braunschweiger Zeitung, Focus

