Seit heute gibt es Google Buzz, die neue eierlegende Wollmilchsau aus dem Hause des Suchriesen. Dem geneigten Nutzer wird viel geboten, das Angebot ersetzt Twitter und große Teile von Facebook (nicht, dass die Funktionen neu wären) und kombiniert diese mit dem existierenden Gmail-Account.
Anders als von Twitter, Facebook und Co. gewohnt, weiß Google selbst, was der Nutzer will und wer in seiner Kontaktliste stehen soll. Das zu ermitteln ist ja auch einfach, wenn man die Maildaten des Benutzers hat.
Ebenso weiß Google aber auch, welche Nachrichten der Nutzer lesen will, uninteressantes filtert Buzz gleich raus. Bei dieser Funktion frage ich mich mal wieder, woher denn der Konzern das wissen will… Achja, Datenkrake, stimmt ja.
Und falls man eine Landkarte mit den Aufenthaltsorten der Nutzer braucht: Auch kein Problem, Google Maps gibts ja schon.
Nebenbei kann man natürlich auch Flickr integrieren, mit Twitter verbinden uvm.
Mein erstes Fazit: Wie auch Google Wave überzeugt mich die Sache nicht. Buzz fasst meines Erachtens nur bislang getrennte Netzwerke zusammen und erfindet das Rad mal wieder neu und bringt Google ein Stück weiter ans Internet-Monopol.
Übrigens: Liegen die Markenrechte an Buzz nicht eigentlich bei Sony? Nur mal so nebenbei…
Wie lieb von ihm! Da der rationale Widerstand seiner Ansicht nach zu wenig im Netz vertreten ist, hat der nationale Widerstand jetzt eine linke Seite ins Leben gerufen, auf der wir alle unsere persönlichen Daten und Bilder angeben dürfen, damit er uns vernetzt.
Das ist doch toll, oder?
Wer also das Angebot des netten Nazis von nebenan, übrigens wohnhaft in Siegburg im Deutschen Reich, wahrnehmen will, der schaue sich mal diese wunderbare Weltnetzseite hier an: http://antifa-rhein-sieg.mirja-nordhoff.de/
Und nicht vergessen : über ein paar gute Bilder von euch würden wir uns sehr freuen !
(… bitte keine Vermummung und dergleichen ! …)
Natürlich! Sehr gern, liebes Unkraut!
An alle, die das nicht verstanden haben:
Ich rufe euch hier keineswegs auf, diesem Spinner eure Daten zukommen zu lassen. Der Betreiber ist ein (jedenfalls in seinem Kopf) bekannter Nazi, der eure Daten auf einer passwortgeschützten Seite seinen braunen Kameraden weitergeben will.
Zwar stellt er sich dabei selten dämlich an, aber man weiß ja nie, wer auf eine solche braune Grütze hereinfällt.
Mein Appell an dich, lieber Nazi:
Lass solche Aktionen bloß nicht sein! Sie sind sehr belustigend. Aber such dir bitte als Zielgruppe das nächste mal keine dreizehnjährigen, sondern ebenbürtige Gegner (obwohl das mit den dreizehnjährigen dann ja schon übers Ziel hinausgeschossen wäre). Auch deine enthüllenden und wahrhaft informativen Blogartikel (http://www.dominique-oster.de/Blog/) sind sehr erheiternd!
Und vielleicht noch ein Wort an All Inkl:
Wo Ihr jetzt schon eine Abusemeldung habt, wie wäre es, sich mal zu bewegen und solche Dinge nicht zu hosten. Das wirft alles so ein schlechtes Licht auf eine Firma…
Wer BuddyPress nutzt und mit dem Social-Network-System ein Netzwerk aufgebaut hat oder eines aufbaut, weiß, dass es nicht wirklich viele Themes für BuddyPress gibt. In der nächsten Version der Software (1.2) wird sich das nicht grundlegend ändern, dennoch, hier ist ein weiteres Theme hinzu gekommen. Neben dem inzwischen technisch leicht „veralteten“ BuddyPress-Theme in Orange und Grau, gibt es nun ein neues „BuddyPress Default“, das recht aufgeräumt und minimalistisch daherkommt, technisch aber einiges mehr unter der Haube hat, als das alte.
Wer also als Entwickler BuddyPress-mäßig mit der Zeit gehen will, sollte zum erstellen eines eigenen Designs jetzt schon auf die Entwicklerversion von BuddyPress 1.2 zurückgreifen (mehr dazu hier) und sein Theme an den Templates des aktuellen „BuddyPress Default 1.2-rare“ anlehnen.
Um dafür nicht das gesamte Theme zu verändern oder alle alten Dateien in ein neues Theme zu kopieren, bietet es sich an, ein Child-Theme zu erstellen und BuddyPress Default als Parent-Theme zu nutzen. Wie das funktioniert, soll dieses kleine Tutorial zeigen.
Das Tutorial kann natürlich auch auf andere Themes übertragen werden.
Voraussetzungen:
Installiertes WordPress MU
Aktiviertes und konfiguriertes BuddyPress 1.2-rare
BuddyPress-Themes von wp-content/plugins/buddypress/bp-themes nach /wp-content/themes verschoben
Herunterladen:
Falls die oben genannten Voraussetzungen noch nicht gegeben sind, muss die Software noch installiert werden. WordPress-Mu gibt es bei mu.wordpress.org, die aktuelle Entwicklerversion von BuddyPress gibt es im Trunk. Unten auf der Seite gibt es den Link zum aktuellen Zip-Archiv des Plugins.
Erstellen des Child-Themes:
Zuerst erstellen wir den Ordner des neuen Themes. Er sollte sinnvoll gewählt dem Namen des Themes entsprechen. In meinem Fall „child-tut“. In diesem Ordner erstellen wir eine style.css und öffnen sie in einem Editor. Ganz zu Anfang fügen wir nun folgende Zeilen ein (Großschrift ist natürlich individuell zu ersetzen):
/*
Theme Name: NAME DES THEMES
Template: bp-default
Description: Theme basierend auf BP Default 1.2-rare.
Version: 1.2-rare
Author: IHR NAME
Author URI: IHRE SEITE
*/
Mit diesen Angaben weiß WordPress, um was es sich handelt. Theme Name teilt den Namen des Themes mit, Template enthält den Namen des Parent-Theme (in unserem Fall bp-default), sodass WordPress weiß, welche Dateien als Templates zu nutzen sind. Description enthält eine kleine Beschreibung des Theme, Version die Versionsnummer. Unter Author sollte Ihr Name stehen, unter Author URI die Adresse Ihrer Internetseite.
Nun müssen noch die CSS-Dateien des Parent-Themes eingegliedert werden. Dafür fügen wir folgendes in die Datei ein:
/***
* The admin bar styles.
*/
@import url( ../bp-default/_inc/css/adminbar.css );
Die Datei wird nun abgespeichert und sollte so aussehen:
/*
Theme Name: NAME DES THEMES
Template: bp-default
Description: Theme basierend auf BP Default 1.2-rare.
Version: 1.2-rare
Author: IHR NAME
Author URI: IHRE SEITE
*/
/***
* The admin bar styles.
*/
@import url( ../bp-default/_inc/css/adminbar.css );
Prinzipiell ist das Child-Theme nun schon fertig. Sie können es hochladen und wie andere Themes aktivieren (erst im Theme-Admin, dann unter Design), es sollte exakt aussehen, wie das BuddyPress Default Theme.
Möchten Sie das Theme nun anpassen, kopieren Sie einfach die zu ändernde Datei in den entsprechenden Ordner Ihres Child-Themes und bearbeiten sie dort. Wenn sie beispielsweise den Kopfbereich der Seite verändern wollen, kopieren Sie die header.php von BuddyPress Default in den Ordner Ihres Child-Themes. Nach den Anpassungen wird automatisch die header.php aus dem Ordner Ihres Child-Theme genutzt.
Wieso das Ganze?
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer davon ist die Übersichtlichkeit. Alle Dateien sind im Parent-Theme vorhanden, nur die veränderten im Child-Theme. Weiterhin hat man immer die Möglichkeit, Fehler im Child-Theme anhand der Änderungen gegenüber dem Parent-Theme zu suchen.
Ein wichtiger Punkt aber ist die Aufwärtskompatibilität. Eventuell werden zur nächsten Version von BuddyPress Änderungen am Default-Theme vorgenommen, beim Update wird das Theme also überschrieben. Wer direkt im Default-Theme geändert hat, muss jetzt alle Änderungen wieder neu hinein kopieren (und vorher wissen, was wo verändert wurde). Nutzt man ein Child-Theme, sind nur die geänderten Dateien des Child-Theme an das Parent-Theme anzupassen (sofern von den Neuerungen betroffen), das Anpassen ist weitaus unkomplizierter.
In den Kreisen der mächtigen und bekannten scheint sich eine neue Art des Sports zu etablieren. Das Abmahnen. Hier eine kurze Anleitung, die den Weg zum Erfolg in wenigen, auch für Anfänger verständlichen Schritten anreißen soll.
So oder so ähnlich sollten Sie sich verhalten, wenn sie mit auf die Liste der Abmahnungs-Leistungssportler und somit in der Gunst der Kollegen steigen wollen:
Bauen Sie sich einen möglichst guten Ruf auf, versuchen Sie, möglichst bürgernah zu werden. Tipp: Linksaktivisten, Outdoorfreaks und edle Spender haben von Haus aus Vorteile!
Starten Sie mit Ihrer Karriere durch, legen Sie sich ein finanzielles Sprungtuch an. Zur Wahrung Ihrer Rechte kontaktieren Sie schon jetzt diverse Anwälte und lassen Sie sich unabhängig beraten. Tipp: Abmahnanwälte beraten besonders unabhängig!
Veröffentlichen Sie Texte im Internet, erstellen Sie Firmenlogos, verbreiten Sie Ihre Produkte, steigern Sie Ihre Bekanntheit im Internet. Tipp: Entlarvende oder Zielgruppengerichtete Texte und Logos mit viel Raum für Interpretation werden im Internet besonders gern verbreitet. Logos die beispielsweise aus einem Hühnerfuß oder eine Bärentatze bestehen, sind sowieso schon verbreitet und Sie ersparen sich Arbeit.
Erreichen Sie den Höhepunkt Ihrer Karriere und bleiben Sie dabei weiterhin (wie im ersten Punkt vorgeschlagen) bürgernah und wahren Sie Ihren Ruf. Tipp: Sie dürfen dafür auch gerne aus den Medien und dem Bewusstsein der Menschen verschwinden. Wichtig ist, dass man sich später an Sie erinnern kann.
Wenn Sie merken, dass Ihre Hochzeit sich dem Ende neigt und Ihre Bekanntheit schwindet, Sie aber bis dato genug Kapital gesammelt haben, lehnen Sie sich zurück. Hinweis: Das Anhäufen von Geld darf und soll Ihren damaligen Werten widersprechen. Wichtig ist, dass es bis dahin niemand merkt oder es niemanden interessiert.
Entsinnen Sie sich an die Angebote der Anwälte. Suchen Sie sich denjenigen aus, der am wenigsten zu Ihren früheren Zielen passt und beauftragen Sie ihn damit, das Internet nach Rechtsverstößen, vermeintlichen Rechtsverstößen und Dingen, die man zu Rechtsverstößen machen könnte, abzusuchen. Tipp: Beziehen Sie auch Blogger und Bastelforen mit ein.
Lassen Sie nun Ihren Anwalt nach Belieben abmahnen und sehen Sie zu, wie Sie sich ganz entspannt dem Ziel des Spiels nähern. Tipp: Besonders Blogger, die Kritik ausüben oder Fans Ihrer Produkte oder Schriften sind abmahnen! Auch Hobbybastler abmahnen. Möglichst Menschen abmahnen, die Gerichtskosten nicht aufbringen können! Möglichst abmahnen, wenn Ihre Rechtsgrundlage ungeklärt ist und es sich um Bagatellfälle handelt.
Motivation/Ziel des Spiels:
Ziel des Abmahnsports ist es, eine Welle des Entsetzens auszulösen und Ihr Ansehen im Internet in möglichst kurzer Zeit zu minimieren. Auch ist es wichtig, dass Sie gegen sämtliche Grundsätze verstoßen, die Sie früher vertreten und für die Sie sich eingesetzt haben.
Beispiel für Journalisten: Linker Hausbesetzer -> Journalist -> Kapitalist -> erfolgreicher Journalist -> nicht mehr so bekannter Journalist -> Abmahnender Journalist -> Journalist mit massiver negativer PR -> nicht mehr sehr gemochter Journalist
Wollen Sie zu den Besten gehören, sollten Sie am Ende des Spiels einen eigenen Artikel bei Spreeblick oder Netzpolitik haben, außerdem sollten die ersten Treffer bei Google zu Blog-Artikel führen, die Sie kritisieren oder bestenfalls verschmähen. Die Spitze bildet sich allerdings aus denen, die es mit ihren Abmahnungen in die Printmedien geschafft haben.
Alles verstanden? Dann los!
[Update]
Ich möchte an dieser Stelle noch einen weiteren Punkt anhängen:
Wenn die Diskussion um Sie angelaufen ist, dürfen Sie sich durchaus um Schadensbegrenzung bemühen. Andererseits können Sie auch weiterhin Ihre Position stur vertreten oder seltsame und wenig schlichtende Pressemeldungen herausgeben.
Jeder kennt doch heute Situationen, in denen Gesprächpartner plötzlich die Unterhaltung abbrechen und an das Handy gehen oder solche, bei denen einem im Bus oder der Bahn das gesamte Privatleben des gegenüber Sitzenden im Zuge eines Telefonates seinerseits ausgebreitet wird, weil dieser völlig vergisst, dass er mit vielen anderen Menschen in einer kleinen Kabine sitzt und für diese Verhältnisse ziemlich laut spricht.
Auch hat sich vielleicht der eine oder andere schon von Telefonaten am Nachbartisch im Restaurant gestört gefühlt oder wurde durch ständiges Piepsen eines Organizers beim Mailempfang genervt.
Heute las ich bei Basic Thinking über eine von Intel in Auftrag gegebene Studie über die Nutzung mobiler Mediengeräte wie Laptops oder Handys. Und zwar die Nutzung selbiger in der Öffentlichkeit.
80% der befragten Amerikaner gaben dabei an, dass auch die Mediennutzung gewissen Regeln unterliegt, die man beachten sollte. So halten beispielsweise 69% der Befragten Handygespräche und das Abrufen von Mails im Beisein anderer für inakzeptabel, 52% würden sich gar beleidigt fühlen, wenn an Feiertagen bei Tisch heimlich ein Handy oder Laptop mit Netzzugang genutzt würde. Etwas seltsam machen sich gegen die anfangs genannten 80% allerdings auch die 62%, die der Meinung sind, dass die neuen Geräte inzwischen zu unserem Leben gehören und deshalb akzeptiert werden müssen.
Das allerdings, was mich faszinierte war folgendes: 75% der Befragten halten es, abgesehen von hygienischen Problemen, für unbedenklich, auf der Toilette zu telefonieren.
Wenn ich mir nun ansehe, wieso Intel diese Daten erhob (nämlich zur Erforschung der zukünftigen Anwendungsgebiete mobiler Geräte mit dem Ziel, Chips dafür zu optimieren), stellt sich mir nun eine Frage: Was hat Intel vor? Wieso erforschen sie die Anwendung mobiler Geräte auf der Toilette? Löst der speziell auf die Bedürfnisse des Nutzers zugeschnittene Toilaptop bald die verbreitete und beliebte Klolektüre ab?
Und einmal mehr Zeigt sich, dass man mit dem, was man im Internet veröffentlicht, vorsichtig sein sollte. Mit einem Bot wurden Profile von Nutzern des Netzwerkes SchülerVZ abgegrast, hierbei wurden alle öffentlichen Informationen gespeichert. Über eine Million Datensätze (mindestens) wurden so gesammelt.
Von Seiten des SchülerVZ wurde mitgeteilt, dass wirklich nur die öffentlichen Daten kopiert wurden, Mailadressen und Zugangsdaten seien nicht dabei gewesen. Weiterhin wurde geschrieben, dass die Daten inzwischen gesichert und gelöscht seien und nicht mehr zugänglich. Das allerdings wurde (wie sollte es anders sein) in einem Update korrigiert. Es gibt vermutlich noch Kopien der Datensätze, die Bemühungen, diese aus dem Netz zu entfernen, werden eher ins Leere laufen (das Netz ist schneller als Menschen und es vergisst nie).
Entegen unserer Annahme bzw. bisherigen Ermittlung gibt es noch weitere Kopien dieser Liste. Den eigentlichen Täter konnten wir aber inzwischen identifizieren und haben bereits mit ihm Kontakt aufgenommen.
Wichtig: Der Täter hatte keinen Zugang zu unserer Datenbank. Auch die Angaben, die ihr durch eure Privatsphäreeinstellungen geschützt habt, konnte er nicht sehen. Außerdem hat uns der Täter gesagt, dass er die Daten weiteren Personen zur Verfügung gestellt hat.
Er will uns derzeit jedoch nicht sagen, um wen es sich handelt. Der Täter fordert aktuell diese Personen dazu auf, die Daten zu löschen und mit uns in Kontakt zu treten. Wir sind aktiv dabei diese Personen ausfindig zu machen, um sie über die juristischen Konsequenzen Ihres Handelns aufzuklären und dafür zu sorgen, dass alle Listen mit illegal kopierten Nutzerdaten gelöscht werden.
Der Nutzer, der diese Daten erhoben und verbreitet hat, war vermutlich ein Blogger (eventuell sogar mit dem Namen 4usg4ng) aus dem Süddeutschen Raum, der mit einem Crawl-Bot die Nutzerprofile automatisiert abgefragt hat. Die Daten wurden (um anzugeben?) auf Szeneboards platziert und werden inzwischen homogen im Netz verteilt sein.
Das SchülerVZ hat bisher reagiert, indem zu dem „Täter“ Kontakt aufgenommen wurde und das Aufrufen von mehreren Nutzeraccounts innerhalb kurzert Zeit unterbunden wurde. Außerdem wurde der Täter (und ggf. der Mittäter) und diejenigen, die die Daten kopierten (und ermittelbar sind) über die rechtlichen Folgen aufgeklärt.
Mir stellt sich die Frage, inwiefern es illegal sein kann, Daten zu speichern, die andere öffentlich ins Netz gestellt haben. AGB hin oder her, die VZ-Netzwerke sind ein Teil des Internet, Daten, die dort angegeben werden, sind öffentlich. Das Google die Netzwerke nicht crawlt, heißt nicht, dass es Google nicht möglich wäre.
Im VZblog gibt es inzwischen ein Update der Stellungnahme des Vorfalles. Im Gespräch mit dem Täter stellte man folgendes fest:
- Der Täter hat einen Crawler geschrieben, der sich mit normalen Nutzer Logindaten in die Community einloggt und die angezeigten Daten abgreift. Die bestehenden Sicherheitsmechanismen in Formularen und insbesondere in Form von Captchas wurden dabei geknackt.
- Der Täter behauptet weiterhin, auch meinVZ und studiVZ Daten gesammelt zu haben. Diese wurden nicht veröffentlicht. Wir versuchen mit allen Mitteln die Veröffentlichung dieser Daten zu verhindern.
- Der Täter hat die Daten weiter konkretisiert: es handelt sich wie bisher angegeben, um für alle Nutzer der Netzwerke einsehbare Daten. Jeder Nutzer in den VZs kann einstellen, welche Daten “von allen” einsehbar sein sollen und nur solche Daten konnte der Täter sehen und sammeln. Alle Schutzmaßnahmen zur Privatsphäre haben gegriffen und wurden explizit NICHT geknackt.
Es ist inzwischen übrigens anzunehmen, dass es sich um zwei unterschiedliche Datenbanken handelt. Netzpolitik.org lag eine andere Vor als die, die in Szeneboards veröffentlicht wurde und um einiges ausführlicher ist.
Auch wenn es hier keine Kontodaten oder Passwörter waren und wenn es kein Hack der Netzwerke war, man sollte aufpassen, was man in öffentlichen Netzwerken preisgibt.
Inzwischen gelang es, einen der beiden Kopierer anzuzeigen und festzunehmen. Das VZblog schrieb heute dazu:
In enger Zusammenarbeit mit dem LKA Berlin konnte gestern, am 18.10, ein dringend Tatverdächtiger festgenommen werden. Die VZ-Netzwerke haben Anzeige erstattet.
Was mit dem anderen Kopierer passiert, ist bislang unklar. Sein Blog jedenfalls, in dem er seinen Crawler vorstellte und sich nachher auch um Schadensbegrenzung bemühte, ist seit heute nicht mehr erreichbar.
Seit gestern sind die VZ-Netzwerke noch webzweipunktnulliger geworden. Anstatt der etwas blassen und zweidimensionalen bisherigen Oberflächen, erstrahlen StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ nun in neuem Glanz mit grafischen Effekten, runderen Ecken und einem kleinen Bisschen 3-Dimensionalität.
MeinVZ und StudiVZ sehen im neuen Design wirklich besser aus, beim SchülerVZ hat man leider ein noch grässlicheres Violett-Rosa gewählt, das einem nun neonfarbenartig ins Auge sticht. Aber vielleicht mag die Zielgruppe ja.
Ab sofort erstrahlt die Defaultseite der VZ-Netzwerke in einem neuen Glanz. Überarbeitet wurden bei schülerVZ, studiVZ und meinVZ unter anderem der Login und der Bereich zur Registrierung. Somit ist auf einen Blick zu sehen, welches Feld wohin führt. Außerdem ist die Seite nun breiter und wird informativer gestaltet, so dass sie eine interessante Abwechslung bietet. Die runden Ecken lassen die VZ-Netzwerke ab sofort frischer wirken.
Meiner Meinung nach ist das zumindest bei zwei von drei Netzwerken durchaus gelungen. Ein bisschen mehr Grafik konnten die Netzwerke durchaus vertragen.
Andere Meinungen (und nicht nur positive) dazu gibt es im VZlog.
Zur heutigen Bundestagswahl war die Angst bei verschiedenen Instanzen (z.B. Bundeswahlleiter) groß, dass Wahlprognosen vorab über die Microbloggingplattform Twitter verbreitet würden.
Um diese Befürchtungen zu entkräften, wurden von der sog. „Diskordischen Mediengruppe 09″ gezielt die Vorabveröffentlichungen (Exit Polls) bei Twitter manipuliert, indem diverse dafür erstellte Twitter-Accounts zufällige Ergebnisse, die auf Zahlen der letzten Jahre beruhten twitterten, damit die Polls mit „Spam“ füllten und somit die „echten“ Ergebnisse dominierten. Somit konnte dem Leser nicht klar werden, welche Ergebnisse richtig und welche zufällig generiert waren.
Das Ganze zeigt nun, das Twitter zur Meinungsbildung in solchen Fragen nicht nutzbar ist, da richtige von falschen Angaben nicht zu unterscheiden sind.
Obwohl die Accounts recht leicht als Fakes zu erkennen waren, zeigten sich die Medien zuerst entrüstet darüber, dass wieder über ein Leck bei Twitter Wahlprognosen auftauchten. Dass diese sich alle unterschieden und von durchnummerierten Accouts stammten, fiel nur ein paar Twitterern auf.
Mir stellt sich in der Diskussion die Frage, was denn vorab veröffentlichte Prognosen mit dem Wahlverhalten der Wähler zu tun hat. Klar, eine Euphorie kann ein hohes Ergebnis auslösen, aber eher bei den Wählern, die sich mit der gewinnenden Partei identifizieren.
Idealerweise sollte sich der Wähler doch im Vorfeld über die antretenden Parteien schlau machen und dann nach seiner eigenen Meinung die Entscheidung treffen, wem er seine Stimmen und damit sein Vertrauen gibt.
Ist es nicht einfach ziemlich sinnlos, sich von Prognosen derart manipulieren zu lassen, dass man seine Meinung danach richtet?
Wie jetzt bekannt wurde, hat die FDP pünktlich kurz vor der Bundestagswahl noch in ein recht großes Fettnäpfchen getreten. Sie beauftragte ein Unternehmen damit, Wahlkampfmails an viele Adressaten zu versenden. Dieses Unternehmen sammelt Mailadressen beispielsweise aus Gewinnspielen oder Internetseiten mit Anmeldung und nutzt diese dann, abgesichert durch die AGB der Seiten, um an sie Werbung zu versenden. In diesem Falle beauftragte anscheinend die FDP die Firma SuperComm Data Marketing GmbH.
Unter der Mail wird auch erwähnt, woher die Daten kommen:
Sie erhalten diese E-Mail, da Sie sich auf einem unserer Portale (www.netwerbung.de) oder durch uns gesponserten Projekte angemeldet haben. Die auf den Seiten jeweils hinterlegten AGB fanden Ihre Zustimmung.
War es nicht die FDP, die sich angeblich so für den Datenschutz stark machen will? Okay, vermutlich kam die Partei nie in den Besitz der Nutzerdaten, dennoch hat das ganze einen sehr schlechten Beigeschmack.
Nochmal festgehalten, so am Freitag vor der Wahl:
Die FDP beauftragt Datensammler, in ihrem Namen ungewollte Mails an die Bürger zu versenden, um so Wahlwerbung loszuwerden. Vielleicht sollte noch einmal überdacht werden, wie der Großteil der Bundesbürger im Bezug auf Spam eingestellt ist… Ein kluger Schachzug war das bestimmt nicht, vielmehr wurden potentielle Wähler abgeschreckt und verärgert.
Das Ganze ist kein Einzelfall, auch andere Parteien (z.B. CDU und CSU) versendeten in der Vergangenheit im großen Stil Mails mit Wahlwerbung an Bürger.
Eben habe ich über @piraten_bs einen Link zu einem ziemlich ausführlichen Bericht eines Insiders aus der PR-Abteilung der SPD erhalten, der Artikel ist durchaus empfehlenswert.
Der anonyme Autor berichtet in dem Artikel „No, we can‘t„ über den zur Europawahl geplanten Online-Wahlkampf und was nach der Planung aus selbigem wurde. Es zeigt sehr schön, wie ein Wahlkampf mit Mobilisierungsseiten im Stile Obamas an der Kontrollsucht und der Angst vor dem Internet, sowie der Bürokratie der SPD scheiterte und scheitert.
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