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Artikel Tagged ‘Medien’

Mecklenburger Bürgermeister nach Morddrohung untergetaucht

29. Dezember 2008

Nachdem auf der rechtsextremen Nachrichtenseite Altermedia eine Morddrohung gegen ihn aufgetaucht war, verließ Mecklenburges Bürgermeister Hans-Peter Gossel nun für ein paar Tage die Stadt.

Wie der Spiegel am 27. Dezember berichtete, wurde auf der Plattform, die als Informationsseite der rechten Szene gilt, eine unverhohlene Morddrohung gegen Gossel veröffentlicht.

Hintergrund ist vermutlich Gossels Kritik an der Interim Partei Deutschland (IPD), die Polizei nimmt die Drohung sehr ernst und sieht eine akute Bedrohung des Bürgermeisters.
Die IPD wird der rechtsextremen Szene zugeordnet, hat aber keinen direkten Anschluss an selbige. Auch sind die Ziele der Partei, die die Legitimität der Bundesrepublik leugnet, unklar.
Die Drohung lehnte an den Mordversuch an Alois Mannichl an, der Medien- und Behördenberichten zufolge von einem bislang unbekannten Täter vermutlich mit einem Lebkuchenmesser vor seiner Haustür niedergestochen und schwer verletzt wurde.

Der Wortlaut der Drohung ist:

„Aufpassen!!! Hoch-Zeit für Lebkuchen-Messer!! Das nächste ‚Opfer‘ stellt sich zur Verfügung! Gossel? Kommt von Gössel = Gans. Weihnachtszeit, Weihnachtsgänsezeit…“

Ebenfalls auf der Seite zu finden war ein Video von einem Strichmännchen, welches mit einem Messer aufgeschlitzt wird.

Nachdem Gossel zunächst daheim blieb, die Öffentlichkeit mied und sehr vorsichtig war, verreiste er nun mit unbestimmtem Ziel, um vor Anschlägen besser geschützt zu sein. Weiterhin steht Gossel unter polizeilichem Personenschutz.

Politik, Recht , , , , , , , , , , , , , , , ,

Fernsehrichter Alexander Hold verurteilt

29. Dezember 2008

Der aus dem Fernsehen bekannte Richter Alexander Hold wurde vom Verwaltungsgericht Augsburg dazu verpflichtet, in allen seinen Autos Fahrtenbücher zu führen, nachdem sein Geländewagen mit 143Km/h geblitzt wurde, wo nur Tempo 100 hätte gefahren werden dürfen.
Hold wollte nicht verraten, wer der Fahrer war, er selbst war auf dem Polizeifoto nicht zu erkennen.

Ist ja ein Ding. Und ich war bis vor einem halben Jahr der Überzeugung, dass der gute Herr überhaupt kein Richter ist…

Quelle: Focus

Film, Humor, Politik, Recht , , , , , , , , ,

Johannes Kreidler bei der Gema

14. September 2008

Johannes Kreidler, moderner Komponist in Berlin, hat mit der Aktion „product placements“ weltweit das Interesse der Medien auf das deutsche Urheberrecht und den Umgang mit der Verwendung von Zitaten in neuen Stücken gelenkt.

Kreidler kreiert Musik aus Stücken anderer Werke, hierbei sieht er sich vom Urheberrecht stark behindert, da es besagt, dass selbst das Verwenden noch so kleiner Samples anmeldepflichtig sei. Kreidler erstellte daher ein 32 Sekunden langes Stück, in dem er 70200 Zitate anderer Werke nutzte. Dementsprechend wollte er medienwirksam 70200 Anträge bei der Gema einreichen.

Nachdem ihm nun die Gema sagte, dass nur erkennbare Zitate angemeldet werden müssten, und ihn so wieder weg schickte, schreibt die Presse (z.B. Heise) von einem Misslingen der Aktion. Tatsächlich wollte Kreidler aber von Anfang an nicht die Bearbeitung der Anträge erwirken, sondern lediglich auf diesen Missstand hinweisen. Sein Ziel war es, eine öffentliche Diskussion über das Urheberrecht anzustoßen, was ihm ja durchaus gelang.

Auf seiner Internetseite ist zu lesen:

Tatsächlich hat Kreidler nämlich gerade durch das Ausweichen der GEMA den sensationellen Präzedenzfall erwirkt: Die GEMA erklärte die Samples vor der versammelten Presse für legal! Kein einziges von all den „enteigneten“ Samples muss angemeldet werden, obwohl der Anmeldebogen dies bislang ausdrücklich für jeden noch so kleinen Fremdanteil verlangt und am Ende von Kreidlers Stück sogar ein über zwei Sekunden langes Zitat erklingt.

Ein Artikel von mir zu der Aktion im Vorfeld ist auch hier zu finden.

Humor, Musik, Politik, Recht , , , , , , , , , , , , ,

Irans Raketen und der Photoshop

11. Juli 2008

OriginalFakeVorgestern wurde durch die iranischen Sepah News ein Bild an die weltweiten Medien gegeben, auf dem iranische Raketen beim Start zu sehen waren. Dieses Bild ging natürlich sofort durch die westlichen Medien und niemand beanstandete etwas. Zeitungen wie „The Financial Times“ und „The Chicago Tribune“ zeigten das Bild gestern auf ihrer Titelseite, auf mehreren Internetauftritten bekannterer Zeitungen (unter anderem der der „New York Times“) wurde dieses Bild gezeigt.

Das interessante daran: Es handelt sich um eine Fälschung. MIndestens eine der Raketen wurde kopiert, der Schwindel wurde von einem Reporter der New York Times aufgedeckt und publiziert.
Im boingboing Blog wurde ein Wettbewerb gestartet, viele lustige Bilder von Raketenstarts der Iraner wurden veröffentlicht, teilweise täuschend echt.
Hier mein persönlicher Favorit:

Jetzt weiß ich nicht, was dümmer ist. Iranische PR-Angestellte, die mit Copy und Paste Bilder fälschen, oder gelernte Medienfachleute, die diese Fälschung nicht bemerken…

Humor, Internet, Politik , , , ,