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Erstellen eines Child-Theme für BuddyPress

11. Januar 2010 8 Kommentare

Wer BuddyPress nutzt und mit dem Social-Network-System ein Netzwerk aufgebaut hat oder eines aufbaut, weiß, dass es nicht wirklich viele Themes für BuddyPress gibt. In der nächsten Version der Software (1.2) wird sich das nicht grundlegend ändern, dennoch, hier ist ein weiteres Theme hinzu gekommen. Neben dem inzwischen technisch leicht „veralteten“ BuddyPress-Theme in Orange und Grau, gibt es nun ein neues „BuddyPress Default“, das recht aufgeräumt und minimalistisch daherkommt, technisch aber einiges mehr unter der Haube hat, als das alte.

Wer also als Entwickler BuddyPress-mäßig mit der Zeit gehen will, sollte zum erstellen eines eigenen Designs jetzt schon auf die Entwicklerversion von BuddyPress 1.2 zurückgreifen (mehr dazu hier) und sein Theme an den Templates des aktuellen „BuddyPress Default 1.2-rare“ anlehnen.
Um dafür nicht das gesamte Theme zu verändern oder alle alten Dateien in ein neues Theme zu kopieren, bietet es sich an, ein Child-Theme zu erstellen und BuddyPress Default als Parent-Theme zu nutzen. Wie das funktioniert, soll dieses kleine Tutorial zeigen.

Das Tutorial kann natürlich auch auf andere Themes übertragen werden.

Voraussetzungen:

  1. Installiertes WordPress MU
  2. Aktiviertes und konfiguriertes BuddyPress 1.2-rare
  3. BuddyPress-Themes von wp-content/plugins/buddypress/bp-themes nach /wp-content/themes verschoben

Herunterladen:

Falls die oben genannten Voraussetzungen noch nicht gegeben sind, muss die Software noch installiert werden. WordPress-Mu gibt es bei mu.wordpress.org, die aktuelle Entwicklerversion von BuddyPress gibt es im Trunk. Unten auf der Seite gibt es den Link zum aktuellen Zip-Archiv des Plugins.

Erstellen des Child-Themes:

Zuerst erstellen wir den Ordner des neuen Themes. Er sollte sinnvoll gewählt dem Namen des Themes entsprechen. In meinem Fall „child-tut“. In diesem Ordner erstellen wir eine style.css und öffnen sie in einem Editor. Ganz zu Anfang fügen wir nun folgende Zeilen ein (Großschrift ist natürlich individuell zu ersetzen):


/*
Theme Name: NAME DES THEMES
Template: bp-default
Description: Theme basierend auf BP Default 1.2-rare.
Version: 1.2-rare
Author: IHR NAME
Author URI: IHRE SEITE
*/


Mit diesen Angaben weiß WordPress, um was es sich handelt. Theme Name teilt den Namen des Themes mit, Template enthält den Namen des Parent-Theme (in unserem Fall bp-default), sodass WordPress weiß, welche Dateien als Templates zu nutzen sind. Description enthält eine kleine Beschreibung des Theme, Version die Versionsnummer. Unter Author sollte Ihr Name stehen, unter Author URI die Adresse Ihrer Internetseite.

Nun müssen noch die CSS-Dateien des Parent-Themes eingegliedert werden. Dafür fügen wir folgendes in die Datei ein:


/***
* The default theme styles.
*/
@import url( ../bp-default/_inc/css/default.css );

/***
* The admin bar styles.
*/
@import url( ../bp-default/_inc/css/adminbar.css );


Die Datei wird nun abgespeichert und sollte so aussehen:


/*
Theme Name: NAME DES THEMES
Template: bp-default
Description: Theme basierend auf BP Default 1.2-rare.
Version: 1.2-rare
Author: IHR NAME
Author URI: IHRE SEITE
*/

/***
* The default theme styles.
*/
@import url( ../bp-default/_inc/css/default.css );

/***
* The admin bar styles.
*/
@import url( ../bp-default/_inc/css/adminbar.css );


Prinzipiell ist das Child-Theme nun schon fertig. Sie können es hochladen und wie andere Themes aktivieren (erst im Theme-Admin, dann unter Design), es sollte exakt aussehen, wie das BuddyPress Default Theme.

Möchten Sie das Theme nun anpassen, kopieren Sie einfach die zu ändernde Datei in den entsprechenden Ordner Ihres Child-Themes und bearbeiten sie dort. Wenn sie beispielsweise den Kopfbereich der Seite verändern wollen, kopieren Sie die header.php von BuddyPress Default in den Ordner Ihres Child-Themes. Nach den Anpassungen wird automatisch die header.php aus dem Ordner Ihres Child-Theme genutzt.

Wieso das Ganze?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer davon ist die Übersichtlichkeit. Alle Dateien sind im Parent-Theme vorhanden, nur die veränderten im Child-Theme. Weiterhin hat man immer die Möglichkeit, Fehler im Child-Theme anhand der Änderungen gegenüber dem Parent-Theme zu suchen.

Ein wichtiger Punkt aber ist die Aufwärtskompatibilität. Eventuell werden zur nächsten Version von BuddyPress Änderungen am Default-Theme vorgenommen, beim Update wird das Theme also überschrieben. Wer direkt im Default-Theme geändert hat, muss jetzt alle Änderungen wieder neu hinein kopieren (und vorher wissen, was wo verändert wurde). Nutzt man ein Child-Theme, sind nur die geänderten Dateien des Child-Theme an das Parent-Theme anzupassen (sofern von den Neuerungen betroffen), das Anpassen ist weitaus unkomplizierter.

Tutorials

7. Dezember 2009 1 Kommentar

Hier ist eine Auflistung aller Tutorials zu finden, die ich auf diesem Blog veröffentlicht habe, neben meinen eigenen Tutorials verlinke ich hier auch auf nützliche Tutorials anderer.

Erstellung von Internetseiten

Anpassung des Webbrowsers

Vervollständigungswünsche und Verbesserungsvorschläge bitte als Kommentar hinterlassen.

Tutorial: Erstellen eines sozialen Netzwerkes mit BuddyPress

30. November 2009 10 Kommentare

Dieses Tutorial soll das Installieren eines sozialen Netzwerkes mit BuddyPress Schritt für Schritt anhand von Text und Bild erklären. Um dieses Tutorial zu verstehen, sollte man WordPress kennen und wissen, was WordPress MU ist. Ebenso sollte man sich ein wenig mit PHP, MySQL und dem Erstellen von Internetseiten allgemein auskennen.

Vor einiger Zeit verfasste ich schon ein Tutorial zur Installation von BuddyPress mit Gruppenforen, damals war die Installation und die Integration der Forensoftware noch weitaus komplizierter.

Dieses Tutorial gilt für BuddyPress 1.1.2 (Deutsch) mit WordPress MU 2.8.6

Inhalt:

Was ist BuddyPress?

BuddyPress ist ein Plugin von WordPress MU, das es ermöglicht ein soziales Netzwerk auf Basis des bekannten Blogsystems WordPress zu erstellen. Nutzer können ein Profil erstellen, Gruppen erstellen und Gruppen beitreten und sich in Gruppenforen austauschen. Ähnlich wie bei Facebook und Konsorten kann ein Nutzer einen Status angeben.
Da BuddyPress als Plugin auf WordPress MU aufbaut, hat man auch alle Funktionen dieses CMS. Neben dem Netzwerk also besteht auch die Möglichkeit, Blogs zu erstellen.

Voraussetzungen:

Webspace mit PHP und MySQL und FTP-Zugriff
FTP-Programm (z.B. FileZilla)
Browser (z.B. Firefox)

Für die hier gezeigte Installation wird Webspace von Pytal verwendet.

Herunterladen:

Unter http://buddypress.de/download kann man sich die aktuelle deutschsprachige Version des Netzwerkes herunterladen. Die BuddyPress-Combo beinhaltet alle benötigten Dateien.
Laden Sie diese Datei herunter und entpacken Sie sie.

ACHTUNG:
Die aktuell auf buddypress.de angebotene Kombo ist Fehlerhaft! Nutzen Sie stattdessen WordPress-MU von wpmu.de und die englische BuddyPress-Version von buddypress.org zusammen mit der Sprachdatei von buddypress.de.

Hochladen:

Nutzen Sie ihr FTP-Programm und laden Sie den Inhalt des Ordners „BuddyPress“ auf Ihren Webspace. Stellen Sie sicher, dass wirklich alle Dateien korrekt hochgeladen wurden.

Installieren von WordPress MU:

Zuerst benötigen Sie ein paar Daten. Legen Sie die MySQL-Zugangsdaten bereit. Sie benötigen den Datenbanknamen, den MySQL-Nutzernamen und das MySQL-Passwort, sowie den Host des Datenbankservers (meistens „localhost“).
setupscript

  • Nun rufen Sie die URL zu den hochgeladenen Dateien auf. Es erscheint automatisch eine Installationsseite.
  • Wählen Sie aus, ob Blogs unter Subdomains oder Verzeichnissen abrufbar sein sollen.
  • Geben Sie in dem Formular die MySQL-Zugangsdaten ein.
  • Wählen Sie einen Titel für Ihre Installation (kann später geändert werden).
  • Geben Sie Ihre Mailadresse an. Von dieser Adresse bekommen Nutzer die Bestätigungen, Sie bekommen Nachrichten vom Netzwerk.
  • Bestätigen Sie das Formular mit einem Klick auf „Submit“.
  • Nach bestätigen des Formulares wird eine Bestätigungsseite angezeigt. Sehen Sie in Ihren E-Mail nach, ob Ihnen Nutzername und Passwort zugeschickt wurden, ansonsten notieren Sie selbige auf der Seite.
  • Die Installation ist Beendet. Wenn Sie die URL aufrufen, sollte Ihnen ein Weblog im Standard-Design gezeigt werden.
  • Hängen Sie an Ihre URL noch /wp-admin an (http://meinedomain.de/wp-admin, Sie erhalten eine Anmeldeseite, auf der Sie sich mit ihrem Nutzernamen (admin) und dem angezeigten Passwort anmelden können. Danach werden Sie in das Backend weitergeleitet.

Aktivieren von BuddyPress:

Bisher haben Sie lediglich WordPress MU installiert. BuddyPress liegt als Plugin bei und muss nur noch aktiviert werden.

Sollten Sie die WordPress MU-Version 2.8.5.2 zur Installation verwendet haben (aktuell in der BuddyPress-Combo), müssen Sie zuerst ein Sicherheitsupdate durchführen. Klicken Sie dafür auf „update“ und folgen Sie den Anweisungen.
update-wpmu_1

Nun stellen Sie WordPress MU von Englisch auf Deutsch um:

  • Klicken Sie auf „Settings“ (links unten).
  • Wählen Sie im Drop-Down-Menü für Blog-Language „German“ aus und klicken Sie auf „Save Changes“.
  • Wählen Sie unter „Admin -> Einstellungen“ (links oben) für Standard-Sprache „German“ und bestätigen Sie mit „Einstellungen Aktualisieren“.

Nun aktivieren Sie BuddyPress und aktivieren Sie die Themes des Netzwerkes.

  • Rufen Sie das Plugin-Verzeichnis Ihrer Installation auf.
  • Klicken Sie auf „Aktiviere BuddyPress Blogübergreifend“.
  • Gehen Sie nun auf „Admin -> Themes“ und aktivieren Sie „BuddyPress Default“ und „BuddyPress Social Network Parent Theme“
  • Gehen Sie auf „Design“ und aktivieren Sie „BuddyPress Default 1.1.2″. Aktivieren Sie nicht das Parent Theme!

BuddyPress ist nun fertig Konfiguriert. Ihre Startseite sollte nun wie unten abgebildet aussehen:

startseite

Im Backend können Sie nun unter „Design -> Widgets“ die Startseite mit Widgets (einzelne Komponenten) füllen. Sie können die Widgets anordnen, wie Sie wollen.

Weitere Konfiguration:

Sie müssen sich nun entscheiden, ob ihre Mitglieder Blogs anlegen dürfen, oder ob sie sich nur ein Nutzerkonto anlegen dürfen. Sie können später alles ändern. Ebenso sollten Sie jetzt einige Funktionen von BuddyPress kennen lernen.

Um festzulegen, ob Ihre Nutzer sich nur anmelden dürfen, oder ob sie auch Blogs anlegen dürfen, tun Sie folgendes:

  • Gehen Sie zu „Admin -> Einstellungen“.
  • Legen Sie unter „Erlaube neue Registrierungen“ fest, was Ihre Nutzer tun dürfen.

Auf dieser Seite können auch weitere Einstellungen vorgenommen werden, die (wie unter „Admin“ immer) das gesamte Netzwerk betreffen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gruppenfunktion von BuddyPress. Schon jetzt können von Ihren Nutzern Gruppen erstellt werden. Wenn Sie möchten, dass jede Gruppe ein eigenes integriertes Gruppenforum hat, in dem sich Ihre Nutzer austauschen können, befolgen Sie die folgenden Anweisungen:

  • Gehen Sie auf „BuddyPress -> Foreninstallation“.
  • Klicken Sie nun auf „Eine neue bbPress-Installation aufsetzen“. BuddyPress wird nun das bereits mitgelieferte Forum installieren und integrieren.
  • Klicken Sie auf „Installation fertigstellen“.

Nun sind die Gruppenforen für Ihr Netzwerk installiert und integriert. Jeder, der eine Gruppe erstellt, kann nun wählen, ob die Gruppe ein Forum haben soll, oder nicht. Unter „BuddyPress -> Komponenten-Installation“ können Sie die Gruppenforen jederzeit deaktivieren, ohne die bestehenden Inhalte der Foren zu löschen.

Sie können nun festlegen, welche Daten Ihre Nutzer in ihre Profile eingeben können:

  • Gehen Sie auf „BuddyPress -> Profilfelder“
  • Legen Sie dort weitere Felder fest und erstellen Sie neue Feldgruppen.

Sie haben eine funktionstüchtige Installation von BuddyPress erstellt und damit den Grundstock für ein soziales Netzwerk geschaffen. Was für ein soziales Netzwerk jetzt noch fehlt, sind Nutzer. Diese müssen selbst gesucht und geworben werden.

Nützliche Plugins:

Um die jetzt erstellte Community weiter anzupassen, gibt es inzwischen viele Plugins. Hier stelle ich ein paar davon vor und verlinke gleich auf die entsprechende Download-Seite.

bpPicture Album
Fügt für jeden Benutzer ein Bilderalbum zum Profil hinzu. Der Nutzer kann damit seine Fotos hochladen und den anderen Mitgliedern in Form eines Albums zeigen.

TDLC Birthdays
Erstellt ein Widget auf der Startseite, das an die Geburtstage der Mitglieder erinnert. Man kann auswählen, ob die Geburtstage jedem angezeigt werden, oder ob nur angemeldete Nutzer die Geburtstage ihrer Freunde sehen können. Ebenfalls kann ausgewählt werden, ob das Alter der Nutzer mit angezeigt werden soll, oder nicht.
Für dieses Plugin habe ich eine deutsche Sprachdatei erstellt:
tdlc-birthdays-de_DE.po
tdlc-birthdays-de_DE.mo

Welcome Pack
Welcome Pack ist ein Plugin, das neu Registrierten Nutzern eine Einladung in eine vorgegebene Gruppe sendet und eine Freundschaft zu einer vorgegebenen Person herstellt. Außerdem wird dem neuen Nutzer eine automatisierte Nachricht geschickt, in dem man ihn beispielsweise willkommen heißen kann.

Auch viele Plugins, die für eine normale WordPress-Installation gemacht wurden, funktionieren mit BuddyPress und WordPress MU, so zum Beispiel Akismet, WP-ShortStat und Simple Google Sitemap.

Wichtige Verweise:

Über Erfolge und Misserfolge kann man gerne Kommentare hinterlassen. Ebenso natürlich, wenn sich Fehler oder unklare Formulierungen eingeschlichen haben. Verbesserungsvorschläge sind natürlich auch gern gesehen.

Nach oben ^^

Google hilft nun beim Schadcode-Finden

13. Oktober 2009 1 Kommentar

Ab und zu sieht man in den Suchergebnissen von Google den Hinweis, dass der Bot auf der Zielseite Schadcode entdeckt hat. Diese Warnung soll den Suchenden davor schützen, den Computer auf gefährlichen Seiten mit Schadprogrammen zu infizieren.

In den Webmaster-Tools von Google gibt es nun eine Neuerung: Dem angemeldeten Webmaster einer infizierten und gemeldeten Seite wird der gefundene Code seiner Seite gezeigt, so dass dieser gezielt nach den Ursache suchen und diese beheben kann.
Natürlich ist es mit dem Entfernen des Codes von der Seite nicht oder nur temporär getan, denn irgendwo muss es eine Schwachstelle geben, über die der Schadcode eingefügt wurde und jederzeit wieder eingefügt werden kann.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, die eigene Internetseite aus der Sicht des Googlebot anzusehen. So kann man gezielt auf gute Sichtbarkeit für die Suchmaschine hinarbeiten.

[via Heise]

Achtung: Mehr als 10.000 Hotmail-Passwörter veröffentlicht

5. Oktober 2009 Keine Kommentare

Nutzer von Mailadressen und -Postfächern von Hotmail, MSN und Live sollten schleunigst ihre Passwörter ändern. Über die eigentlich zum posten von Quelltextbeispielen gedachte Plattform Pastebin wurden über zehntausend Passwörter zu Mailaccounts bei den oben genannten Anbietern veröffentlicht.

Microsoft bestätigte die auf Mashable und Neowin erschienenen Meldungen:

Over the weekend Microsoft learned that several thousand Windows Live Hotmail customers’ credentials were exposed on a third-party site due to a likely phishing scheme.

Microsoft erfuhr über das Wochenende, dass mehrere tausend Anmeldedaten von Windows Live Hotmail Kunden auf einer externen Internetseite veröffentlicht wurden.

[Quelle]

Auf den Mailkonten gespeicherte Informationen können für betrügerische Zwecke missbraucht werden, ebenso die Mailkonten selber.

Also: Passwörter ändern und auf die Zugangsdaten aufpassen!

Wahlwerbung: FDP verschickt Spammails

25. September 2009 4 Kommentare

Wie jetzt bekannt wurde, hat die FDP pünktlich kurz vor der Bundestagswahl noch in ein recht großes Fettnäpfchen getreten. Sie beauftragte ein Unternehmen damit, Wahlkampfmails an viele Adressaten zu versenden. Dieses Unternehmen sammelt Mailadressen beispielsweise aus Gewinnspielen oder Internetseiten mit Anmeldung und nutzt diese dann, abgesichert durch die AGB der Seiten, um an sie Werbung zu versenden. In diesem Falle beauftragte anscheinend die FDP die Firma SuperComm Data Marketing GmbH.
Unter der Mail wird auch erwähnt, woher die Daten kommen:

Sie erhalten diese E-Mail, da Sie sich auf einem unserer Portale (www.netwerbung.de) oder durch uns gesponserten Projekte angemeldet haben. Die auf den Seiten jeweils hinterlegten AGB fanden Ihre Zustimmung.

War es nicht die FDP, die sich angeblich so für den Datenschutz stark machen will? Okay, vermutlich kam die Partei nie in den Besitz der Nutzerdaten, dennoch hat das ganze einen sehr schlechten Beigeschmack.

Nochmal festgehalten, so am Freitag vor der Wahl:
Die FDP beauftragt Datensammler, in ihrem Namen ungewollte Mails an die Bürger zu versenden, um so Wahlwerbung loszuwerden. Vielleicht sollte noch einmal überdacht werden, wie der Großteil der Bundesbürger im Bezug auf Spam eingestellt ist… Ein kluger Schachzug war das bestimmt nicht, vielmehr wurden potentielle Wähler abgeschreckt und verärgert.

Wayne hat hierzu übrigens gleich ein inoffizielles Wahlplakat veröffentlicht:
Unsere Stärke ist Spammen! Deutschland braucht Spam – FDP, Die Liberalen

Das Ganze ist kein Einzelfall, auch andere Parteien (z.B. CDU und CSU) versendeten in der Vergangenheit im großen Stil Mails mit Wahlwerbung an Bürger.

Übrigens: Die den Datenschutz so liebende FDP hat, wie zugegebenermaßen diverse andere Parteien (Grüne, SPD) auch, Einsicht in die Wählerverzeichnisse genommen und gezielt Wahlwerbung per Post verschickt. Passt alles nicht so richtig zum Programm…

Indect – Die EU auf dem Weg zur totalen Überwachung

25. September 2009 Keine Kommentare

Die Zeit veröffentlichte heute einen Artikel, über ein Forschungsprojekt der EU namens Indect. Ziel ist es, Auffälligkeiten im Vorfeld zu erkennen und durch ein Zusammenspiel von Kameras, Internet-Suchmaschine, mobilen Geräten der Polizei und crawlen von Internetseiten, sowie das Durchsuchen von Computern Personen und bewegliche Objekte vollkommen zu observieren.

Indect, der Name ist ein Acronym für „Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment“, also ein intelligentes Informationssystem, welches das Observieren, Suchen und Auffinden für die Sicherheit der Bürger in den Städten unterstützt.

In Deutschland arbeiten die „Bergische Universität Wuppertal“, die „InnoTec DATA GmbH & Co. KG“ und die Firma „PSI Transcom GmbH“.

Ein weiterer Schritt also zur effizienten Ausspähung der Bürger im Namen der Sicherheit. Da sollen sich staatliche Einrichtungen nochmal über die Datensammelwut Googles und die Ausspähung der Privatsphäre durch Street View beklagen, wenn die EU und Deutschland mit Fördermitteln die Entwicklung eines derartigen Überwachungssystems unterstützen.

Wie Stefan Raab Umfragenergebnisse verfälscht

16. September 2009 4 Kommentare

Bald ist die Bundestagswahl und im Zuge dessen sieht man zurzeit eine Umfrage nach der anderen. Der bekannte Entertainer und Showmaster Stefan Raab möchte nun in seiner Sendung TV-Total, die auf Pro7 ausgestrahlt wird, junge Menschen dazu bewegen, am 27. September zur Wahl zu gehen und läd daher Politiker in seine Sendung ein und veröffentlicht Prognosen, die aussagen sollen, wie die Zuschauer von TV-Total wählen würden.

Wir nähern uns der Wahl, wir haben heute wieder unser Studiopublikum gefragt „Wie würden Sie wählen, wenn heute Bundestagswahlen wären?“

Das Ergebnis des Tages wird als Säulendiagramm in der Sendung gezeigt, angezeigt werden allerdings nur CDU/CSU, SPD, FDP, GRÜNE und DIE LINKE. Auf andere Parteien wird nicht hingewiesen, weder namentlich, noch mit dem Balken für „Sonstige“. Auch fällt auf, dass das Ergebnis immer 100% ergibt, die Darstellung sagt also ganz klar aus, dass 100% der Zuschauer oben genannte Parteien wählen würden.

tvtotaldiagramm

So kann man es natürlich auch machen. Man beschränkt die Auswahl auf einige wenige Parteien und hat so ein wunderschönes Ergebnis, das an Eindeutigkeit kaum zu übertreffen ist. Die Wirklichkeit allerdings spiegelt das nicht wider.

Zurzeit versuchen viele politisch interessierte Internetnutzer, Raab mit Kommentaren auf seiner Internetseite über diesen Missstand aufmerksam zu machen, darauf und auf Anfragen und offene Briefe reagierte aber bisher niemand.

Ein Moderator und Showmaster, der oft durch seine Frechheit auffällt, sollte doch den Mut haben, mehr als nur die etablierten Parteien darzustellen. Gerade das junge Wählervolk, welches ja angesprochen werden soll (und auch den Großteil seines Publikums ausmacht), wird so bestimmt nicht zur Stimmabgabe motiviert, mal ganz abgesehen davon, dass eine solche Wahlprognose keinerlei Aussagekraft besitzt und meines Erachtens stark manipulativ und bedenklich ist.

Die Wahl zum Deutschen Bundestag kommt näher…

31. August 2009 1 Kommentar

Die Wahlberechtigungskarten wurden weitestgehend verschickt, Wahlvorstände berufen, der Wahlkampf beginnt. Am 27. September ist Wahltag.

Bei der Europawahl stellte ich hier das Internettool „Wahl-O-Mat“ vor, mit dem der Nutzer seine Übereinstimmungen mit den verschiedenen Parteien prüfen kann. Und auch jetzt, einen Monat vor der Wahl zum Deutschen Bundestag treffen hier täglich viele Suchanfragen zu dem oben genannten Programm ein, die Wähler wollen sich informieren.

Der Wahl-O-Mat ist zurzeit noch nicht aktiv, bald aber wird er es sein. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) findet man die Information, dass der Wahl-O-Mat Anfang September seinen Dienst wieder aufnehmen und den Bürger beraten wird.

Bis dahin heißt es: Selbst recherchieren und Wahlprogramme lesen. Hier eine Linkliste zu den Programmen oder Internetpräsenzen der momentan wichtigeren Parteien:

Die gesamte Liste der antretenden Parteien ist hier zu finden:

Wikipedia: Bundestagswahl 2009

Es fällt übrigens auf, dass die meisten Seiten der Parteien ziemlich unübersichtlich sind. Teilweise findet man überhaupt kein Wahlprogramm, teilweise ist es gut versteckt. Aber macht euch selbst ein Bild!

Wer hat nochmal die Kraft?

31. August 2009 3 Kommentare

Die meisten kennen vermutlich die Wahlwerbekampagne der CDU und damit auch ihre Aussage „Wir haben die Kraft“. Erstmal sollte sich jeder an dieser Stelle überlegen, ob diese Kraft ausreicht, um den Rest des Wahlkampfes ganz einfach erstmal ruhen zu lassen.

cdu_deDanach könnte man mal einen Blick auf die anscheinend von Profihand umgestaltete Internetseite der CDU werfen und vor erstaunen verblassen und in Ehrfurcht erstarren. Nicht schlecht, wirklich. Okay, Validität ist etwas anderes, aber darauf sollte man nicht zuviel Wert legen, Hauptsache die Seite wird angezeigt.

Auch hier findet man den Slogan „wir haben die Kraft“ (oben rechts). Eigentlich würde ich an dieser Stelle ja gern ein Bild aus der Werbebibliothek der CDU einbinden, aber die sind leider nur für die akkreditierte Presse und nur für positive Berichterstattung, keinesfalls (und das unter Strafe!) aber für diffamierende oder satirische Zwecke zu nutzen. Gut, diffamieren will ich hier niemanden, aber lassen wir es gut sein.

Eines allerdings scheinen die Entwickler und die Leute von der Öffentlichkeitsabteilung vergessen zu haben:

http://wirhabendiekraft.de

http://wir-haben-die-kraft.de

Nunja, die Piraten scheinen ja in gewisser Weise auch die Kraft zu haben.

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