Amazon Minus Programm oder: Kaufverhinderung im Weihnachtsgeschäft

Vor ein paar Wochen bot mir Amazon im Rahmen einer Werbeaktion für einen Monat zur Probe eine Prime-Mitgliedschaft an. Ich nahm die Probemitgliedschaft natürlich an und stellte fest: Prime ist wirklich praktisch!

Amazon Prime

Das Angebot für Amazon Prime

Die Mitgliedschaft kostet regulär 29€ im Jahr und gilt ab Abschlusstag 365 Tage. Dafür bekommt man einiges: Produkte, die über Prime verfügbar sind (durch Amazon versendete Produkte), werden am nächsten Tag kostenlos geliefert, es gibt keinen Mindestbestellwert und bekommt den Morning- oder Evening-Express für nur 5€ und kann sich als Kindle-Besitzer einmal im Monat kostenlos an der Leihbibliothek bedienen.

Das ist schon nett. Für 29€ im Jahr schnelle und kostenlose Lieferung aller Prime-Artikel (und das sind viele) kann man mal mitnehmen. Darunter fallen eben auch die Artikel, die nicht wirklich Geld kosten und deren Preis weit unter den Versandkosten liegen dürfte…

Jetzt allerdings bin ich gerade etwas froh, die Probemitgliedschaft nicht verlängert zu haben. Bei Amazon hat man sich nämlich etwas tolles neues einfallen lassen und es einfach mal “Plus Programm” genannt. Schöner Name, der mit dem Inhalt allerdings nicht viel zu tun hat.

In freier Wildbahn entdeckt hat das Plus Programm wohl ein Student der Fachhochschule Wedel: An manchen niedrigpreisigen Produkten (die Grenze wird wohl bei 5€ gezogen) findet man nun ein neues Symbol, durch welches sie als “Plus Produkt” gekennzeichnet sind. Ein tolles neues Feature, welches anscheinend nicht nur die Kunden, sondern auch die Händler überrumpelte und den amazonweiten Wettbewerb ganz schön verzerren könnte (denn bisher sind nur “ausgewählte” Produkte ins Plus Programm gekommen, vom Händler selbst versendete zählen sowieso nicht dazu).

Diese Produkte kann man weiterhin ganz super dem Warenkorb hinzufügen, allerdings werden sie nur versandt, wenn der Gesamtpreis der zu kaufenden und von Amazon selbst versendeten Produkte über 20€ liegt. Kommt man nicht auf über 20€, kann man das Plus-Produkt nicht kaufen, es wird vor dem Bezahlen wieder aus der Bestellung entfernt. es gibt keine Möglichkeit, die Versandkosten zu übernehmen, man kann das Produkt einfach nicht kaufen. Pech gehabt.

Warenkorb Amazon Plus Projekt

Ein Produkt aus dem Amazon Plus Projekt im Warenkorb

Will man nun also nur schnell einen Adapter für 2€ kaufen, der aber zufälllig ein Plus Produkt ist, muss man entweder den Warenkorb mit weiteren durch Amazon versandten Produkten füllen, um auf 20€ zu kommen, oder auf Amazons Konkurrenz umschwenken.

Jetzt der Clou: Das alles gilt auch für Prime-Mitglieder. Der Wegfall der Mindestbestellmenge von 20€ gilt also, wenn man ein Plus-Produkt im Warenkorb hat erst ab einer Mindestbestellmenge von 20€.

Da hat sich anscheinend jemand sehr viele Gedanken gemacht und mitten im Weihnachtsgeschäft ein Programm eingeführt, dass erstens den Einzelkauf mancher Billigprodukte unmöglich macht und zweitens das an sich tolle Prime entwertet.

via etailment

2 Gedanken zu „Amazon Minus Programm oder: Kaufverhinderung im Weihnachtsgeschäft“

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