Die NPD. Gestern schrieb ich ja mal wieder etwas zu dem Thema, heute reizte mich der aktuelle Artikel bei hoohead zu ein paar weiteren Gedanken.
Eins haben ja alle politischen Parteien und Lager gemeinsam: Sie veranstalten gerne Kundgebungen. Sinn einer solchen Kundgebung ist es (meiner Meinung nach), die Standpunkte der Partei/Gruppe/Whatever unters Volk zu bringen und möglichst viele Menschen von der eigenen Meinung und den eigenen Zielen zu überzeugen.
Normalerweise läuft das immer gleich ab: Irgendwo in der Innenstadt wird eine Bühne aufgebaut oder ein LKW mit Demoeinheit hingestellt, es werden ein paar Fahnen aufgestellt und Flugblätter an die Passanten verteilt.
Je nach Organisation wird dann Musik in einer ohrenbetäubenden Lautstärke abgespielt und Lärm gemacht, um Aufmerksamkeit zu erregen, oder es wird irgendeine Siegeshymne gespielt, während ein möglichst prominenter Redner die Bühne betritt. Während der Rede teilt sich die Zuhörerschar in zwei Lager: Pro und Kontra. Erfahrungsgemäß ist Pro größer, Buhrufe und Ähnliches bleiben also überschaubar.
Bei der NPD ist der erste Teil gleich. Man fährt einen LKW vor oder baut eine Bühne auf. Das war es dann aber meistens auch für die Öffentlichkeit. Um den Veranstaltungsort wird eine Kette aus Polizeifahrzeugen gezogen, beziehungsweise eine großzügige Fläche von Beamten abgesperrt. Die Demoeinheit kommt auf die Entfernung meistens schon schlecht gegen die Umgebungsgeräusche an, dazu kommen aber natürlich noch die Passanten, denen man eigentlich etwas erzählen will. Die Passanten bleiben oft stehen und sehen sich das Schauspiel an, manche ergreifen die Initiative und äußern laut ihre andere Meinung. Spätestens dann ist es eigentlich vorbei mit der “Kundgebung”, der Krach der NPD mischt sich mit dem Krach der Passanten.
Nachher sind die Passanten und Beobachter zufrieden, weil die Botschaft der NPD außer den 12 mitgebrachten Nazis niemanden erreichte.
Die Veranstaltenden Parteifunktionäre sind ebenfalls zufrieden, weil ihre wichtigen politischen Inhalte ganze 12 mitgebrachte Nazis erreichten. Und natürlich die vielen Passanten.
Was das alles dann noch soll? Tja. Vielleicht muss man Kundgebungen einfach machen. Dabei wäre es für die NPD (auch inhaltlich) sicher effizienter, die Reden komplett sein zu lassen und einfach Krach zu machen. Der Krach jedenfalls erreicht die Menschen. Der Störfaktor ist also durchaus gegeben.
Wovon ich hier spreche sind übrigens spontane Kundgebungen wie auf der “Deutschlandtour”. Wieviele Nicht-Nazis so eine Kundgebung im Rahmen eines Demonstrationszugs erreicht, ist wohl noch weit übersichtlicher…
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