Wie wir alle ja durch Radio und Zeitung mitbekommen haben, gab es heute Nacht eine Schaltsekunde. Am 1.7.2012 um 01:59:59 wurde eine Sekunde eingefügt, quasi um unsere Atomzeit an die Natur anzupassen. An sich ist das alles kein Problem.
Für Administratoren von Debian-Servern (oder auch Ubuntu) allerdings schon. Pünktlich wurde zwar die Schaltsekunde eingesetzt (wie ich aus dem Syslog entnehmen konnte):
Jul 1 01:59:59 s1 kernel: [2360131.807000] Clock: inserting leap second 23:59:60 UTC
Als ich aber eben die Ressourcenwerte meines Servers kontrollierte, liefen zwei mysqld-Prozesse, die die CPUs zu jeweils etwa 70% auslasteten. Der eine Prozess lief seit 7, der andere seit 11 Stunden. Das ganze liegt wohl an einem Bug im Kernel und betrifft außer Debian wohl auch andere Distributionen, was genau geschehen ist, wird allerdings noch in den Mailinglisten und im IRC ausdiskutiert.
Gelöst werden kann das Problem, indem der NTP-Server kurz gestoppt, das Datum neu gesetzt und danach der NTP-Server neu gestartet wird:
/etc/init.d/ntp stop; export LANG="en_EN"; date -s "`date`"; touch /tmp/leap_second; /etc/init.d/ntp start
Danach sollten sich sämtliche betroffene Prozesse von selbst davon überzeugen, nicht so viel CPU-Last verursachen zu müssen.
Alternativ lässt sich das Problem auch mit einem kompletten Neustart des Servers beheben, was aber unnötig ist.
Wer also einen Server betreibt, sollte besser schnell mal nachsehen, ob auch ein solches Problem vorliegt.
Gefunden bei blog-windfluechter.net, bei Netways gab es die Lösung.

thx.