Wie hier ja zu lesen war, bin ich auf einen neuen (Root-) Server umgestiegen. Der Server steht bei Server4You einem berühmt-berüchtigten Discount-Hoster, dementsprechend ist auch der Preis recht ansprechend.
Der Hoohead bat nun darum, nach einer gewissen Zeit mal meine Erfahrungen mit dem Server niederzuschreiben, deshalb folgt hier nun nach 12 Tagen ein kleiner Testbericht.
Zum Server
Der EcoServer Entry X6 kostet monatlich derzeit 18,99€ (zuzüglich wahlweise 149€ Einrichtungsgebühr oder 10€ Aufschlag monatlich), dafür bekommt man einen Server mit einem AMD Athlon™ X2 Prozessor mit 2 x 1,8GHz, 4GB DDR2 RAM, zwei SATA-Platten mit 320GB (5400upm) im RAID 1 per Software mit einer Anbindung von 100 MBit und Trafficflat.
Als Images stehen openSUSE, Cent OS, Ubuntu und Debian zur Installation bereit, auch Webserver 2008 R2 kann installiert werden, kostet aber 15€ monatlich mehr.
Die Images stehen sowohl mit Plesk (für 10 Domains), als auch ohne bereit, die Lizenz ist kostenfrei verfügbar (allerdings nur, wenn ein Image mit Plesk installiert wurde, will man Plesk selbst installieren, muss man sich auch eine Lizenz kaufen).
Eine IP ist dabei, bis zu 4 IPs sind nutzbar (kosten aber natürlich extra).
Ach so: Die Mindestvertragslaufzeit beträgt einen Monat.
Der Server kann über das Powerpanel bedient werden (Neustart, Restore, Backup, Rescue, auch alle anderen Einstellungen auch für die Premiumdienste können dort vorgenommen werden.
Bestellung
Die Bestellung lief recht einfach, ich bekam ziemlich schnell eine Bestätigung und die Aufforderung, eine Personalausweiskopie zurückzusenden per E-Mail, eine halbe Stunde später stand der Server bereit. Die Installation von Debian Squeeze minimal ging recht schnell (etwa 15 Minuten).
Im Betrieb
Seitdem läuft der Server problemlos. Über die Bedienung muss ich nichts schreiben, es ist nun mal ein ziemlich schneller Server. Bei diversen Tests zu verschiedenen Zeiten konnte ich feststellen, dass die Anbindung auch in Stoßzeiten bei 80-90 MBit liegt, was also vollkommen in Ordnung ist.
Das Rettungssystem funktioniert einwandfrei und bootet schnell, in der MOTD stehen einige nützliche Tipps (welche Platten im RAID vermutlich wie heißen und gemountet werden müssen).
Support
Ich hatte bisher Kontakt zu drei Supportern, es wurde schnell und freundlich geantwortet. Allerdings ging es nicht um technische Probleme, wie es dabei aussieht, weiß ich nicht. Der Support ist kostenlos.
Extras
Hier kommen wir zu den Punkten, die S4Y zu einem Discounter machen: Alles kostet extra. Wer einen Mailserver betreiben will und einen eigenen Reverse DNS Record setzen will, muss monatlich 5€ zusätzlich zahlen (das ist wohl das auffälligste), das vollständige FTP-Backup kostet extra usw. Die Pakete werden immer für die Laufzeit des Vertrages gebucht (in diesem Falle also für einen Monat) und verlängern sich auch mit diesem.
Fazit
Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. Der Support ist schnell, der Server zuverlässig, die Anbindung gut, der Preis irgendwie unrealistisch gut. Bisher konnte ich keinen Haken erkennen.
Ein kleines Manko sind die doch relativ übersichtlichen Images, die installiert werden können. Über das Rettungssystem sollte es aber eigentlich kein besonders großes Problem sein, ein eigenes System auf den Server zu bekommen.
Ich vermute einfach mal, dass die ganzen negativen Meinungen zu S4Y im Internet erstens daher rühren, dass man sich allgemein eher beschwert, als etwas (von sich aus) zu loben, zweitens daher, dass sie anscheinend bei anderen Servern die Verfügbarkeit komplett überschätzen und die Wartezeiten so unverschämt hoch sind und drittens, weil sie sich durch die Preise viele Leute einfangen, die nicht so ganz wissen, was sie tun, damit auf die Klappe fliegen und irgendwen zum beschuldigen brauchen.
Ich hoffe einfach mal, dass dieses Bild bleibt. Wenn nicht, bin ich dank kurzer Laufzeit nicht allzu lange an S4Y gebunden. Heute jedenfalls kann ich Server4You wirklich empfehlen.
Hast du andere Erfahrungen gemacht? Dann schreib mir doch einen Kommentar, es würde mich interessieren!
Klasse Bericht, ich überlege mir ja auch schon seit einiger Zeit auf einen echten Root zu wechseln.
Mit Hosteurope im VServer Bereich bin ich bisher mehr als zufrieden, im Vergleich zum server4you Angebot hinken sie halt preislich ein wenig hinterher … wenn das ganze Server umziehen nicht immer so ein Akt wäre *g
Gut Hosteurope ist ja auch alles andere als ein Discounter, nech? Aber haben die jetzt nicht “virtuelle” Roots?
Ich bin überrascht, Kumpel von mir hatte mal einen VServer von S4Y und die waren der allerletzte Mist. Hostmaschine überladen, Support ne Katastrophe, etc. Seitdem habe ich von S4Y eigentlich immer abgeraten. Überrascht mich jetzt deine Rezension. Allerdings ist das auch schon ein paar Jahre her – oder man hatte einfach viel Pech. Mein Favorit wird Hetzner bleiben. Die sind aber auch erst im höheren Preissegment verhältnismäßig günstig, die hohe Einrichtungsgebühr schreckt jedoch oftmals ab. Dafür ist der Rest jedoch 1a, vorallem was Festplattenaustausch und folgende Wartung bei Bootproblemen angeht.
Gut, bei vServern ist das ja so eine Sache, wenn es um Gewinnmaximierung geht. Aber die Probleme gibts ja beim dedizierten Server nicht. Ja, das mit dem Support habe ich gehört, kann es aber wie gesagt nicht bestätigen. Ich hatte allerdings noch keinen Kontakt mit Technikern und technischem Support.
Die VServer bei Hosteurope sind (fast) frei konfigurierbar, Aussage eines Supportmitarbeiters (Technik): Sie können alles machen, was auch auf einem echten Rootserver machbar ist.
Okay, das ist ja der Optimalfall. Meinst du jetzt die “Roots” mit geteilten CPUs, oder die vServer?
Dedicated Server – Kein Problem
virtuelle Server – scheinbar ein massives Problem
Ich habe im Januar meinen alten Vserver upgegraded auf den aktuellsten (mein alter war bereits aus dem Programme genommen). Dies tat ich auf Grund von stetigen Problemen, die alle paar Monate / Wochen mal auftraten. Host Maschinene sind einfach abgeschmiert, Plattencrash etc.
Nun hatte ich bis zum gestrigen Tag scheinbar Glück. Gestern Morgen dann kam ich nicht mehr auf meinen Vserver. Wollte diesen übers Webinterface neu starten: nichts. Schrieb den Support an, welcher auch immer sehr flott antwortet – so auch dieses mal – er gäbe die Info weiter. Nach 2h immer noch kein Neustart, also fragte ich erneut. Bekam nach 4 min dann eine News: Plattencrash; 2 min darauf schrieb der Support “sie müssten bereits eine Info erhalten haben”… Scheinbar passiert dort bei der ersten Mail selten etwas, da dies nicht das erste mal war.
Um es kurz zu machen. Die Techniker spielen auf den Host ein neues System auf und kopieren die Backups wieder rüber. Es sind derweil 24h vergangen, dass mein Vserver offline ist. Überlegung zu Uberspace zu wechseln steigt mitlerweile minütlich…
Die zwei Root Server die bei S4y stehen, laufen seit Monaten probelmlos und flüssig. Im Supportfall wurde auch direkt geholfen. Aber eben auch nur bei den Root Servern …
Hm ja, man hört es ja und es deckt sich mit Rhodans Schilderung… Ich glaube, gerade bei vServern sollte man sich einen Qualitätshoster suchen. Ich hab einen vServer bei Dogado und bin damit sehr zufrieden. Der Support ist nicht der schnellste (dauert schon mal 2 Tage, bis man ne Antwort hat und das Ticketsystem scheint nicht besonders effizient zu sein), aber er kümmert sich und nimmt sich Zeit. Und das Hostsystem ist nicht überfrachtet.
Von Uberspace habe ich auch schon oft gehört. Was zeichnet die aus?
Wemaflo hast du den Server von S4Y noch? Könntest Du mal nen Update Posten, vielen Dank!
Ps: hab mal in den Domaintools geschaut aber da steht du bist bei leaseweb bist? Weshalb? Oder ist das falsch?
Hallo wemaflo, kannst du was drüber sagen, wie sich die server4you-Truppe gibt, wenn man statt des netten 5€-Angebotes für reverse lookup einen eigenen DNS-Server auf dem Root Server mit betreiben will?
Habe zur Zeit da einen vServer (bissel Wiki, E-Mail, MySQL, WordPress) zu laufen, dessen mickrige Performance mich noch in den Wahnsinn treibt und spiele mit dem Gedanken ein Upgrade auf den kleinsten Root Server zu machen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie das gehen sollte… Dein DNS-Server wäre doch nur für das Auflösen von Domains zuständig, die Nameserververwaltung und damit auch die Möglichkeit zum Eintrag eines PTR-RR für die IP liegt doch beim Inhaber des IP-Blocks, also S4Y, oder? Ich habe mich damit noch nicht so sehr auseinander gesetzt :)
Hallo wemaflo, es ginge mit /32-er Einträgen, da man ja der Inhaber der Domains ist.
Der Knackpunkt sind die Kosten – entweder man bleibt beim DNS des Hosters, der Domains mit Mengenrabatten kaufen kann, und zahlt dessen vergleichsweise kleinen Preise für DNS (Vorwärtsauflösung) und die 5€ für die Rückwärtsauflösung oder man ist direkt Kunde beim Denic und zahlt deutlich mehr. D.h. ich bin nun beim DNS-Server des Hosters geblieben und habe Reverse Lookup als “Premium Option” (affig, wenn man weis was es eigentlich ist) dazu gebucht.
Ich war früher bei Server4you Kunde und werde es nie mehr werden.
Damals wurde nach 20GB Traffic auf 10MBit gedrosselt, die Pings bei unserem Counter-Strike-Server waren nicht mehr feierlich und Server4you hat sobald es 1x ein Problem mit der Lastschrift gab (weil Server4you Leistungen nicht erbrachte) den Server abgeschaltet und 50 Euro “Wiedereinschaltgebühr” verlangt.
Wie es heute ist weiss ich nicht, ich werde dort jedoch nie wieder Kunde sein.
Pingback: Server4You – Der zweite Erfahrungsbericht › wemaflo.net
Ich habe auch kein Problem mit dem Server