Boobquake – Starkes Beben am 26. April 2010

Prinzipiell müssten wir die einzigen Überlebenden sein. Denn schenkt man dem muslimischen Kleriker Kasem Sedighi Glauben, verursachen Frauen, die sich leger, offenherzig oder wie auch immer man das nennen mag kleiden Erdbeben. Ja, endlich hat man die Schuldigen gefunden, Frauen, die sich nicht von Kopf bis Fuß verdecken, verdrehen den Männern den Kopf und lösen Naturkatastrophen aus. Weil Frauen das eben nicht dürfen. Sagt die Natur.

Denkste! Der erklärten Atheistin und Bloggerin Jen McCreight waren solche unwissenschaftlichen und frauenfeindlichen Äußerungen so langsam zuwider und sie verfasste einen kleinen scherzhaften Blogartikel darüber, dass man doch einfach als Frau das Experiment wagen sollte, um solche Thesen zu widerlegen: Sie rief den Boobquake ins Leben:
Wenn viele Frauen am Montag (gestern) mit etwas gewagter Bekleidung das Haus verließen, müsste sich doch ein dramatischer Anstieg der Beben messen lassen.

Was eigentlich als Scherz begann, wurde schnell von anderen gefunden und verbreitet, auf Facebook wurde eine Gruppe gegründet, die Medien griffen den Artikel auf, das Experiment war in aller Munde.

So kam es auch, dass rund um die (vor allem westliche) Welt gestern Frauen mit tiefen Ausschnitten im Dienste der Wissenschaft zu tausenden vor die Türen traten. Und was passierte?

Nunja, in Taiwan ereignete sich ein Erdbeben von der Stärke 6,9. Allerdings ließ sich die These dennoch durch eine Analyse der bebentätigkeiten am Montag durch die Bloggerin widerlegen:
Im Vergleich mit Erdbeben der Vergangenheit waren die messbaren Erschütterungen weltweit am Montag deutlich kleiner, Frauen mit freizügiger Kleidung verursachen also keine Erdbeben.

Fraglich ist jetzt noch, ob Sedighi von diesen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfährt und solcherlei Äußerungen in Zukunft erst überprüfen lässt.

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