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Archiv für September, 2008

Google trifft auf Widerstand

28. September 2008

Für den Dienst Street View von Google Maps fahren bereits spezielle Fahrzeuge durch deutsche Städte und machen Fotos von der Umgebung der Straßen.
Da viele Bürger dies als Störung und Missachtung der Privatsphäre ansehen (von Datenschutzgründen mal ganz abgesehen), wollen nun ganze Kommunen das Erstellen dieser Fotos untersagen.
So will beispielsweise die Gemeinde Molfsee bei Kiel die kommerzielle Benutzung der Straßen nur mit Sondergenehmigung erlauben. Ob das rechtlich einwandfrei ist, wird sich wohl bald herausstellen.
Auch Lübeck überlegt, sich an den Street View Boykott anzuschließen.

Weiterer Beitrag zu dem Thema: Street View und die Straßenverkehrsordnung

Computer, Internet, Politik, Recht , , , , , , ,

Wer ist eigentlich Google?

26. September 2008

Eine der Fragen, die sich die Menschheit seit langem nicht beantworten konnte, ist die Frage nach der Identität von Google. Ich selbst habe ja schon des Öfteren über den Suchmaschinen-Giganten geschrieben, jedoch nie darüber, wer sich dahinter verbirgt, das ganze Wissen sammelt und die Suchanfragen dermaßen schnell beantworten kann.

Heute will ich endlich mal auch die Hintergründe der Suchmaschine thematisieren. Dazu eignet sich folgende Reportage meiner Meinung nach hervorragend:

Medium: de.youtube.com
Link: de.youtube.com

Nun weiß auch jeder, an wen die Beschwerden den Datenschutz betreffend adressiert werden sollen. Und da sage noch mal einer, Google sei unmenschlich…

Film, Humor, Politik , , , , , , ,

HolyCrap! reloaded

25. September 2008

Man glaubt es kaum, aber es ist wahr: Holycrap ist wieder da! Denis hat sein Versprechen wahr gemacht und gerade seinen ersten Podcastbeitrag ins Netz gestellt. Ich bin gespannt auf die nächsten Episoden, die heutige war ja schon mal gut recherchiert und klang recht routiniert (jaa, er hat ja schon bei Tim gelernt…).

Ich wollte euch diesen neuen Podcast einfach mal ans Herz legen.

Computer, Internet , , , , ,

Ironie im Internet - versteht mich bitte nicht falsch!

23. September 2008

Sobald man mal in einen Chatraum blickt, sobald man in einem Forum liest, sticht sie einem ins Auge. Manchmal. Die Rede ist von der Ironie, angewandt im Text. Natürlich wäre das lesen im Internet nur halb so unterhaltsam, wenn Ironie weggelassen würde, sie hilft oft dabei, die Intention des Verfassers zu erkennen und belustigt ganz nebenbei noch. Wenn man sie denn versteht.

Und genau dort liegt das Problem. Sehr oft fühlen sich Personen beleidigt oder ärgern sich über Aussagen, die sie irgendwo lesen, man merkt es zum Beispiel an meistens dezent gehaltenen Hinweisen der Leser in den Kommentaren…

IroniedetektorDa dem Autoren des Blogs DonsTag so etwas wiederfuhr, dachte er sich etwas ganz wunderbar nützliches aus, um solche Missverständnisse in Zukunft zu vermeiden: den Ironiedetektor, der entsprechend gekennzeichnete Ironie optisch hervorhebt und dem Leser damit sofort erkennbar macht.

Da die bereitgestellte Version der Firefox-Erweiterung mit der aktuellen Firefox-Version nicht kompatibel ist, hier ein Tipp, um trotzdem an das gewünschte Ergebnis zu kommen.

Die Sache hat einen Haken: Das Ganze funktioniert nur dann, wenn auf der gelesenen Seite der Text vom Verfasser in mühsamer Handarbeit auf Ironie durchsucht und gekennzeichnet wird. Dies geschieht, in dem Ironie eine Klasse bekommt:

<span class="IRONY">total ironischer Text</span>

Ich finde die Idee durchaus witzig und werde diese Auszeichnung von nun an ab und zu benutzen, damit es auch wirklich jeder versteht…

Computer, Humor, Internet , , , , , , ,

Noch mehr Werbung für Macrosoft…

20. September 2008

Anscheinend waren die Spots mit Jerry Seinfeld nicht so der Bringer, jedenfalls gibt es eine neue Werbekampagne mit dem Namen “I’m a PC”. Verschiedene Personen geben freiwillig oder unfreiwillig zu, Windows zu nutzen.

Microsoft veröffentlichte auch Bilder aus der Entstehungsphase auf der Website. Flickr-Nutzer LuisDS schaute sich die Bildinformationen mal genauer an und stellte fest, dass das Bild mit Adobe Photoshop auf einem Mac erstellt wurde:

Macrosoft

Inzwischen ist diese kleine Panne beseitigt, das Bild wurde ausgetauscht und enthält solcherlei Informationen nun nicht mehr.

Gefunden habe ich die Geschichte im schweizerischen Apfelblog.

Computer, Humor, Internet , , , , , , , ,

Spaß auf dem Anti-Islamisierungskongress

20. September 2008

Gestern startete der von der rechtsextremen Gruppe Pro Köln “organisierte” Anti-Islamisierungskongress in Köln. Der offizielle Anlass war der geplante Bau einer neuen Moschee in Köln, inoffiziell dürfte das aber nur ein guter Vorwand gewesen sein, um rechte Politiker nach Köln zu holen, die Zusammenarbeit zu besprechen und gegen alles zu hetzen, was nicht schon bei zwei (!!) auf den Bäumen ist.

Angekündigt waren viele politische “größen” aus dem Ausland, unter anderem Le Pen von der Front National aus Frankreich. Im Grunde genommen war das die einzige wirklich bekannte Person. Leider sagte Le Pen ab, was dem ganzen Spektakel etwas Dramatik nahm. Dramatisch hingegen war die groß angelegte Gegendemonstration, die war nämlich wirklich international, ziemlich groß und schon am Vormittag in ganz Köln sehr präsent.

Im Vorfeld schon wurde von Seiten der Polizei ein gewisser Unwillen gezeigt, viel für ein Gelingen des Kongresses beizutragen, ein Sprecher sagte frei zitiert, dass man wenigstens den ernsthaften Versuch unternehmen müsse, die “Politiker” zu ihrem Versammlungsort zu bringen. Gleichwohl wolle man aber nicht um jeden Preis den Weg frei knüppeln.

Was tatsächlich geschah war dann tatsächlich nicht so viel. Die Fuktionäre lotsten die Presse an den Rhein, wo eine Pressekonferenz auf einem Ausflugsdampfer geplant war. Der Polizei hatte man sicherheitshalber nichts verraten, so kam es dann auch, dass die Gegendemonstranten schneller da waren.
Die Pressekonferenz oder wie man das, was dann auf dem Schiff geschah sonst nennen soll, viel dann irgendwie ins Wasser, da der ohnehin verärgerte Kapitän (das Schiff wurde unter dem Vorwand gebucht, dass ein Treffen von Rechtsanwälten stattfinden solle) kurzerhand mit ein paar Journalisten und den braunen Herren ablegte, da Linksextreme sein Schiff mit Steinen bewarfen. So saß die Gruppe dann mehrere Stunden lang auf dem Rhein fest.

Die Mitglieder der belgischen Vlaams Belang hatten den rettenden Einfall und spielten Karten, während den Österreichern (FPÖ) nur übrig blieb, gegen die deutschen Polizisten zu wettern, da sie das Schiff nicht ausreichend geschützt hätten. Ironie des Schicksals. Man verrät ihnen nicht, wo man hinwill, hätte aber gerne trotzdem Rundumschutz.

Nach der netten Bootstour wollten die meisten nur noch weg. Dummerweise war auch das gecharterte Busunternehmen inzwischen darauf gekommen, dass da tatsächlich die Rechtsextremen transportiert werden sollen und hatte den Vertrag kurzerhand gelöst. Busse standen also nicht mehr bereit.
So wurde bei der ach so inkompetenten Polizei gebettelt, auf die Frage an den Einsatzleiter “Wie kommen wir denn hier weg?” gab es die Antwort “Also, wir halten Sie ja nicht auf, sie können sich ja ein Taxi rufen”. Ein anderer Polizist sprach von eigenkreativer Tätigkeit der Funktionäre.
Aber auch die Taxizentrale wollte sich nicht erweichen lassen, ein paar Autos zu schicken, nachdem am Vormittag schon ein paar Wagen mit Farbbeuteln neu lackiert wurden. So spielte letztendlich doch die Polizei den Fahrdienst und schickte zivile Fahrzeuge. Vermutlich wollten auch die Beamten langsam nach hause.

Wenn so kein gelungener Auftakt zu einem internationalen Kongress gegen die Islamisierung aussieht, wie dann??

Edit: Anscheinend siehts heute nicht besser aus für die Rechtsextremen. Köln ist voll mit Gegendemonstranten und Pro Köln sitzt am Flughafen fest, der Bahnhof Deutz ist blockiert und der Zugverkehr zwischen Bahnhof und Flughafen eingestellt.

Politik , , , , , , , , , , , , ,

Automatische Anzeigentextgeneratoren…

17. September 2008

Da mache ich meinen abendlichen Spaziergang durch die Landschaft der Medien, bin beim Spiegel angelangt und finde prompt eine kleine Ungereimtheit… Man achte auf den Pfeil.

SPON Kleinwuechsige

Ob das wirklich eine gute Idee ist, im Artikel auftauchende Wörter aneinander zu kleben und als Anzeige einzustellen? Ich glaube nicht.

pet sagt, dass das Bild zu klein dargestellt wird. Sollte das der Fall sein, öffnet es einfach mit der mittleren Maustaste oder dem Scrollrad, dann wird es groß in einem neuen Tab oder Fenster angezeigt.

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Google News löst Kursfall bei United Airlines aus

16. September 2008

Google NewsViele haben es vermutlich in den Medien verfolgt, Google hat den Nachrichtendienst “Google News” herausgebracht. Der Dienst scannt die Websites vieler Zeitungen und stellt die Daten zentralisiert zur Verfügung, was natürlich das suchen von Nachrichten und Zeitungsartikeln entsprechend komfortabel macht.

Allerdings werden die Nachrichten nicht vor der Veröffentlichung gelesen und moderiert, das System läuft vollautomatisch ohne menschliches Zutun. Das allerdings hat anfang der vergangenen Woche eine kleine Katastrophe ausgelöst.

Anscheinend unterlief der Suchmaschine ein großer Fehler beim Zitieren eines Artikels der Sun Sentinel aus Florida. Google News veröffentlichte eine mit dem 6. September datierte Nachricht, der Zufolge die Fluggesellschaft United Airlines Konkurs angemeldet hätte. Diese Meldung war allerdings 6 Jahre alt und gelangte über Umwege und durch Zufälle auf die Most Viewed Liste der Chicago Tribune, wo sie von Google gefunden wurde und, da kein Datum vorhanden war, mit dem 6. September 2008 datiert wurde.

Die Panne führte dazu, dass der Börsenkurs von United Airlines um 75% einbrach und die Aktien schnellstmöglich abgestoßen wurden. Laut SZ wurden innerhalb von 12 Minuten mehr als eine Milliarde Dollar vernichtet.

Jetzt entstand eine Debatte darüber, ob Journalismus ohne Journalisten überhaupt möglich und sinnvoll sei, Google und die Chicago Tribune schieben sich gegenseitig die Schuld an dem Vorfall in die Schuhe.

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Johannes Kreidler bei der Gema

14. September 2008

Johannes Kreidler, moderner Komponist in Berlin, hat mit der Aktion “product placements” weltweit das Interesse der Medien auf das deutsche Urheberrecht und den Umgang mit der Verwendung von Zitaten in neuen Stücken gelenkt.

Kreidler kreiert Musik aus Stücken anderer Werke, hierbei sieht er sich vom Urheberrecht stark behindert, da es besagt, dass selbst das Verwenden noch so kleiner Samples anmeldepflichtig sei. Kreidler erstellte daher ein 32 Sekunden langes Stück, in dem er 70200 Zitate anderer Werke nutzte. Dementsprechend wollte er medienwirksam 70200 Anträge bei der Gema einreichen.

Nachdem ihm nun die Gema sagte, dass nur erkennbare Zitate angemeldet werden müssten, und ihn so wieder weg schickte, schreibt die Presse (z.B. Heise) von einem Misslingen der Aktion. Tatsächlich wollte Kreidler aber von Anfang an nicht die Bearbeitung der Anträge erwirken, sondern lediglich auf diesen Missstand hinweisen. Sein Ziel war es, eine öffentliche Diskussion über das Urheberrecht anzustoßen, was ihm ja durchaus gelang.

Auf seiner Internetseite ist zu lesen:

Tatsächlich hat Kreidler nämlich gerade durch das Ausweichen der GEMA den sensationellen Präzedenzfall erwirkt: Die GEMA erklärte die Samples vor der versammelten Presse für legal! Kein einziges von all den “enteigneten” Samples muss angemeldet werden, obwohl der Anmeldebogen dies bislang ausdrücklich für jeden noch so kleinen Fremdanteil verlangt und am Ende von Kreidlers Stück sogar ein über zwei Sekunden langes Zitat erklingt.

Ein Artikel von mir zu der Aktion im Vorfeld ist auch hier zu finden.

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Böse Sauger bei Spiegel?

12. September 2008

Was musste ich da gerade bei Gulli finden? Nen Link zu einer Fotostrecke des SPON! Ja, primär geht es dort wohl um die Werbung im Vordergrund. Doch wenn man den Link in der Adressleiste des Browsers abtippt, landet man bei einer Seite, die sicherlich nicht unbedingt zum Hosten von Urlaubsfotos und Textdokumenten über Kleintierhaltung gedacht ist…
Der Threadstarter im Gulli:Board scheint nachgeprüft zu haben, um welche Art der Datei es sich handelt, seiner von mir natürlich ungeprüften Aussage zufolge handelt es sich um dieses Album (Link zu Amazon, da darf man es auch kaufen!).

Da drängt sich mir die Frage auf, wieso die Grafik eine so schlechte Qualität hat, dass ich zum Abtippen ganz nah an den Bildschirm muss… Liebe Spon-Redakteure, nächstes mal bitte in einer höheren Auflösung, möglichst ohne Bildfehler.

Computer, Humor, Internet , , , , , ,

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